Bericht im Lippstädter Patrioten vom 10.02.1998.
Text und Bild: Hermann-Josef Skutnik. Vielen Dank für die Berichterstattung.
„Angegraut sind bei diesen Musikern nur die Haare“
Transsylvania Jazzband begeisterte mit flottem Dixieland.
Blues und Balladen, Swing und traditioneller Jazz, meist bekannt auch unter der Bezeichnung Dixieland, präsentierte die Transsylvania Jazzband im jüngsten Jazzclub-Konzert. Die zum Teil bereits ergrauten Herren verstanden es, einen soliden und lebendigen Jazz zu spielen. Der Amateurband, deren Mitglieder sich aus dem gesamten ostwestfälischen Raum rekrutieren, merkte man eine fast professionelle Routine an. Gepaart mit großer Spielfreude rief die Formation in den zahlreichen Soli immer wieder den spontanen Applaus der Zuhörer hervor.
Mit dem Gastpianisten Dirk Güllemann spielten ansonsten in gewohnter Besetzung Manfred Schotte (Trompete), Ian Campbell (Sopran-Saxophon, Klarinette), Hans Häfker (Posaune), Robert Schulz (Banjo, Tenorgitarre, Gesang) und Hans Laubinger (Kontrabass). Gerade der Letztgenannte handhabte seinen Kontrabass in einer Weise, dass es allein Spaß machte, ihn dabei zu beobachten. Er zupfte und schlug den Bass, er streichelte ihn, wirbelte ihn hin und her und tanzte mit ihm. Überhaupt hielt er mit seiner unaufdringlichen, aber präsenten Spielweise die gesamte Band zusammen.
Das Repertoire der Transsylvania Jazzband erstreckte sich auf Titel der zwanziger und dreißiger Jahre, die aber auch in späteren Zeiten oftmals neu interpretiert worden sind. Berühmte Namen wie Jack Teagarden, Fats Waller, Benny Goodman, Django Reinhardt, Nat King Cole, Gerry Mulligan ‚oder Louis Amstrong haben sie damals auf ihren jeweiligen Instrumenten in der je eigenen Interpretation bekannt gemacht. Der Swing „After you’ve gone“ erinnert an die ersten „Hot Bands“ der Zwanziger. Der „Basin Street Blues“, schön gespielt vom Posaunisten Hans Häfker und Trompeter Manfred Schotte, zieht sich gleichsam als Evergreen durch die Jazzgeschichte.
Beim „Royal Garden Blues“ überzeugte die Band durch gelungenes Zusammenspiel, das zusätzlich durch guten „Drive“ ins Ohr ging. Der Saxophonist Jan Campbeil phrasierte vortrefflich „Lazy River“. An Banjo und Tenorgitarre ließ äußerst souverän Robert Schulz die Saiten ertönen. Gerade bei dem Titel „Lcan’t give you anything but love“ als ausdrückliche „Liebeserklärung an die Damen, die da hinten stehen“, interpretierte er sehr gekonnt, wobei Campbell sowohl mit der Klarinette als auch mit dem Sopran-Saxophon ebenfalls bestach.
Sehr entspannt kam der lockere Swing über. Geradlinig angelegt war ihre Version des bekannten „Sweet Georgia Brown“. Atmosphärisch besonders dicht glückte ihre Interpretation von „Summertime“! Zurückhaltend und präzise begleitete die Band die erstklassigen Soli des Saxophonisten und Pianisten. Leider war da bereits ein Großteil des Publikums gegangen.
Dennoch erhielt die Transsylvania Jazzband viel Applaus, auch Szenenbeifall, für ihre Interpretationen des traditionellen Jazz. Das zwischenzeitlich gut gefüllte Don Quijote bewies, dass hierfür eine Fangemeinde existiert, wobei die Altersstruktur sehr gemischt war. Selbst aus dem benachbarten Soest fanden interessierte Hörer den Weg in den Jazzclub.
BU: Begeisterten mit ihren Interpretationen des traditionellen Jazz im gut besuchten Don Quljote, die ostwestfälischen Mannen der Transsylvania Jazzband.
