In unterschiedlichen Teilbesetzungen zogen sie die Register ihres Könnens. Erinnerungen an Jazz-Größen wie Louis Armstrong, Bix Beiderbecke, Stephane Grappelli und Django Reinhardt blieben nicht aus. Die Titel-Auswahl tat ihr Übriges dazu: „Everybody loves my Baby“, „Santa Claus-Blues“, „Doctor Jazz“, „I’m coming Virginia“, „St. James Infirmary“ oder „Sweet Giorgia Brown“, um nur einige zu nennen. Atmosphärisch dicht präsentierten die Hot Jazz Internationals die langsamen wie die schnellen Arrangements. Sie überraschten mit teilweise originellen Ideen bei ihren jeweiligen Improvisationen und Arragements: durch Tonart- und Tempuswechsel oder dadurch, daß einer der Solisten für ein, zwei Takte zwischendurch eine völlig andere Melodie erklingen ließ. So intonierte Gitarrist Ian Date beim „St. James Infirmary“ plötzlich einen der bekannten „Trauermärsche“.Launisch moderierte Joep Peeters das Programm, oft mit Wortspielerein durchsetzt wie bei der Ansage des Titels „Everybody Loves my Baby“ zu „Every baby loves my body“. Er übernahm dabei auch den clownesken Part vom Augenkullern bis zu witzigen Lautmalereien. Spaß hat Bob Barnard and the Hot Jazz International nicht nur den Zuschauern bereitet. Großen Spaß hatte die Combo offensichtlich selber; denn statt der angekündigten drei Sets, setzten sie noch eins drauf.
Text: Der Patriot / Hermann-Josef Skutnik
übernommen von der archive.org 03/2026
