04.12.1998: Schampus All Stars im Don Lippstadt

04.12.1998: Schampus All Stars

Beitrag im Lippstädter Patrioten vom 8.12.1998.
Text und Bild Brode. Vielen Dank für die Berichterstattung.


Dixieland prickelnd wie Schampus

Wiederhören mit den Stars und Debüt des Posaunisten Jörg Drewing im Jazzclub

Ein Wiederhören mit den „Schampus All Stars“ gab es zur Advents-Session des Lippstädter Jazz-Clubs im „Don Quijote’‘; Gegründet im Herbst 1969 im Düsseldorfer Altstadt-Jazzlokal „Dr. Jazz“ bei einem Gläschen Champus (daher der Name) hat das populäre Sextett nicht nur die Düsseldorfer Jazz-Szene wieder aufblühen lassen, sondern wurde überregional und auch international bekannt. Bereits im Februar 1997 begeisterte die Band die Lippstädter Jazzfreunde.

Auch bei ihrem jüngsten Gastspiel in der Lippestadt hatten die Vollblut-Profis wieder reichlich klassischen Dixieland im musikalischen Marschgepäck. Dabei orientiert sich die Gruppe in erster Linie an der legendären Axel Welsh Band, die, ausgehend vom Chicago-Stil, seit Mitte der Sechziger Jahre in präziser Satzarbeit zu
einem swingenden Mainstream fand, in dem sich Dixieland und ein Schuß Kansas-City-Feeling gelegentlich mit modernen Elementen mischten.

Der musikalische Esprit der Alex Welsh Band durchpulst nach deren Auflösung (1982) heute noch spürbar die Champus All Stars, wie die jüngste Session bewies. Von Anfang an dabei sind die Gründungsmitglieder Klaus Schmedimann (Komet, Gesang, Bandleader, Arrangeur und Komponist) und Giselher Spath (Sopran-,
Tenor- und Altsaxophon). 1979 folgte Fred Schuler, ehemaliger Schlagzeuger der unvergessenen Düsseldorfer „Feetwarmers“.

Seit 1988 ist Samy Schimkus (Kontrabaß) und seit 1990 Volker Zarske (Klavier) mit im Bunde. Fehlte eigentlich diesmal nur Posaunist Erwin Kukartz (seit 1972 dabei) — für ihn sprang kurzfristig der junge
talentierte Dorimunder Musiker Jörg Drewing (Posaune, Tuba, Trompete) ein—da es in Lippstadt sein Konzert-Debut mit der Champus Band war, nahm Bandleader Klaus Schmedtmann „etwas Rücksicht“, präsentierte schwerpunktmäßig lockeren Dixieland und ließ Eigen-Arrangements durchweg außen vor. Zu
den typischen Dixieland-Standards mit Piano zählten Titel wie „Indiana, I’ve found a new baby“, aber auch Blues und Balladen wie „Ain’t misbehavin“ und „Squeeze me“ A la Fats Waller. Aber auch Hits aus dem Louis Armstrong Repertoire wie „Honeysuckle Rose“, „On the sunny side“ und Themen der,Swing Ära wie „Ladv
be good“ und „I got rhythm“ gehören zu den über 150 Themen der verschiedenen Stilrichtungen, die die Vielseitigkeit und spürbare Spielfreude der Champus All Stars musikalisch-spritzig und herzerfrischend locker dokumentierten.

„I can’t give you anything but love“, schmunzelte der Bandleader in Richtung zur Wirtin Petra: Ihr widmete er seine Version auf dem historischen Tenor-Horn, das bis vor kurzem noch an der Wand im Vereinslokal gehangen hatte.

Brillant inszenierte Soli würzten das musikalisch eindrucksvoll rübergebrachte Feeling und verliehen der Band
eine gewisse Professionalität, ohne das stilistische Konzept aus den Augen zu verlieren, nämlich die zu sehr ausgetretenen Pfade zu meiden und dafür traditionellen und Mainstream-Jazz geschickt miteinander zu
verbinden.

BU: Lieferten beim erneuten Gastspiel im Jazzclub eine flotte Dezember-Session: die „Schampus All Stars“.