07.01.1999: Robby´s Skiffle Company

Fröhliche Jazz-Session abseits gängiger Pfade: Robby’s Skiffle Company begeisterte im Don Quijote durch Temperament, Spielfreude und stilistische Varianz.

Originell, witzig und spritzig: Robby’s Skiffle Company zu Gast beim Lippstädter Jazzclub in der ersten Monats-Session des neuen Jahres. Bereits vor einem Jahr gastierte die seit siebzehn Jahren musizierende Trannsivalnia-Band mit ihrem Dixieland im Don Quijote. In neuer Formation fanden sich Robert Schulz, Dirk Güllemann, Hans Laubinger und Reinhard Koy vor gut einem Jahr zur Skiffle Company zusammen, um „mal was Neues auszuprobieren“. Vier „alte Hasen in Sachen Jazz“ wandten sich dabei ab von der konventionellen Pflege bestimmter Stilrichtungen. Bewußt orientierten sie sich eben nicht an bestimmten Vorbildern und fanden auf diese Weise zu ihrem eigenen unverwechselbaren Sound. Gleich ihr erster Titel „Some of these days“ wurde ein Erfolg. So wuchs in den vergangenen Jahren ein beträchtliches Repertoire. Von jedem ein bißchen – Skiffle ist nur eines der musikalischen Elemente ihrer bunten Mischung. Folk Songs, Western Country Sound, Blues, Gospel, selbst Balalaika-Klänge, alte deutsche Schlager bis hin zu Swing und Latin waren vertreten. Ähnlich vielseitig präsentierte sich das Instrumentarium des Quartetts: Mehr als ein Dutzend verschiedener Instrumente kam zum Einsatz, darunter, neben Piano, Gitarre und Kontrabaß, auch Plectrum- und Tenor-Banjos. Das Schlagzeug suchte man indes vergebens. Stattdessen: Waschbrett, Kazzo, Blues-Harp und Tin Whistle – handgemachte Jazzmusik mit Tradition, stilecht nachempfunden und hier perfekt dargeboten. „Zurück zum Ursprung der Jazzmusikentwicklung“, so lautet die Devise dieser quirligen Band. Im musikalischen Gepäck fanden sich bekannte Titel wie „Take Five“ und der unverwüstliche „St. Louis-Blues“, einer der ältesten Bluestitel der Jazzgeschichte überhaupt. Auch Frivoles hörte man im Vokalbereich, so das Lied vom Badewasser oder Hans Laubingers „Mackie Messer“ und den „Nowak-Song“ aus dem Rotlicht-Milieu. Den größten Beifall erhielt jedoch das feurige Banjo-Duelle „The world ist waiting for sunrise“. Alles in allem genossen die Jazzfreunde eine recht vergnügliche Session abseits der üblichen Jazz-Pfade.

Text: vermutlich Der Patriot, Verfasser unbekannt
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