Black Snake Stompers am 04.02.1999 in Lippstadt

04.02.1999: Black Snake Stompers

Beitrag im Lippstädter Patrioten vom 06.02.1999.
Text und Bild: LB, vielen Dank für die Berichterstattung.


New Orleans im eingespielten Kollektiv

Swingendes Wiederhören mit den „Black Snake Stompers“ aus Rietberg im Jazzclub

Zum zweiten Mal zu Gast beim Jazz-Club Lippstadt: Die Black Snake Stompers. Das sind New Orleans Jazz-begeisterie Musiker, die entgegen allen Trends nach Herzenslust einer alten Version des Jazz, der Kollektivimprovisation, frönen. Bereits 1996 gab die Band im Don Quijote ihr Lippstädter Debut. Seither hat sich an der Formation der 1991 in Rietberg gegründeten Band nicht sehr viel geändert.

Immerhin sind im heutigen Septett noch vier GründungsMitglieder dabei: Mario „Paul“ Kröger (Posaune und heimlicher Bandleader), Tilo Franz (Piano), Daniel Reckersdrees (Tuba) und Jürgen Sonnenburg (Banjo). Später gesellten sich Martin Schreiber (Sopran- und Tenor-Saxofon), Dirk Uphues (Cornett) sowie Christian Frerich (Schlagzeug, Waschbreit) hinzu. Die Musiker sind, auch entgegen sonstigen Formation, durchweg jüngeren Alters und stammen aus der hiesigen Region.

Zum ureigensten Stil der Band gehört die kollektive Präsentation: Die sonst üblichen Soli machen sich recht rar. Man forciert bewußt das teamworkartige Zusammenspiel der Instrumente und improvisiert die zum großen Teil selbst geschriebenen Arrangements im Kollektiv. Stilistisch orientiert man sich an Vorbildern aus der
klassischen Zeit des Jazz wie King Oliver, Clarence Williams und Jelly Roll Morton. Der zu dieser Zeit entstandene „Black Snake Blues“ gab der Band den Namen.

So fehlte dieser recht langsam gespielte, feinfühlig interpretierte Titel nicht im musikalischen Marschgepäck der Black Snake Stompers, die ganz bewußt die selten, kaum bekannten oder in Vergessenheit geratenen Stücke bekannter Musiker der New Orleans-Ära der Zwanziger Jahre in den Vordergrund rückten. Dazu gehörten Titel, die bereits 1923 von King Oliver aufgenommen wurden, wie „Buddys Habit“ und der „Camp Meeting Blues“, aber auch der „Jazz Band Ball“ und „Just Gone“.

Auch ein musikalisches Rezept, „das hilft“- so Posaunist Mario Kröger, als er den Titel „Dr.Jazz“ ankündigte („unser Kommentar zur Gesundheitsreform“). Auch vokal gab man sich recht keck beim Titel „Die ganze Welt“ („When you are smiling“). Zu den wenigen Jazz-Standards im Repertoire gehörten wohlgefällige Titel wie der „Basin Street Blues“ und der „Tin Roof Blues“. Im übrigen durchpulste auf recht kräftige Art die lebendig inszenierte Musik der Zwanziger Jahre den authentischen Live-Sound des Septetts.

[Der Ort wird nicht speziell genannt, aber in der Zeit wäre das „Don“ plausibel.]