Christian Bleimings Boogie-Trio am 04.03.1999 im Don Lippstadt

04.03.1999: Christian Bleiming Boogie Trio

Beitrag im Lippstädter Patrioten vom 06.03.1999.
Text + Bild: LB, vielen Dank für die Berichterstattung.


Mitreißender Boogie Woogie heiterer und lockerer Gangart

Konzert des Christian-Bleiming-Trios sorgte im Jazz-Club für gelöste Stimmung

Eigentlich nehmen sie das alles gar nicht so ernst, die drei Vollblut-Musiker des Christian-Bleiming-Boogie-Trios aus dem Münsterland. Ihre Musik nicht, und sich selbst schon gar nicht. Vielleicht ist es gerade die lockere, heitere Gangart, mit der die Jazzer ihr Produkt – ebenso liebenswürdig wie gekonnt – präsentieren. Schließlich ist die Band in unterschiedlicher Besetzung seit mehr als zwanzig. Jahren erfolgreich und auch in
Lippstadt ein häufiger und stets gern geschener Gast des heimischen Jazz-Clubs.

Das musikalische Zentrum des breit gefächerten Repertoires, das sich stilistisch nicht unbedingt an spezifischen Vorbildern orientiert, rekrutiert sich aus einem recht hinreißend intonierten Boogie-Woogie. Aber auch Rhythm & Blues sowie gefühlvolle Blues-Balladen finden sich im musikalischen Programm, wie das jüngste Gastspiel im „Don Quijote“ bewies.

Dazu gehören nicht nur diverse Klassiker des Genres wie George Gershwins „Lady be good“ als Boogie-Version oder „Perdido“ und der „C-Jam-Boogie“ nach Duke Ellington. Auch die hörenswerten Eigenkompositionen, ganz im Stil der goldenen dreißiger (zuweilen auch vierziger) Jahre arrangiert, füllten ein breites Spektrum aus.

Rhythmisch betont ging es gleich beim Entrée mit dem „Boogie-Woogie on a Riff“, einer Eigenkomposition des
Bandleaders und Pianisten Christian Bleiming, zur Sache Das lodernde Feuer, das die überaus  temperamentvollen Hände auf den Tasten entfachten, riß unwillkürlich mit, heizte ein.

Der brillante Anschlag beim Boogie-Stampfer (zuweilen wurde man hier an Axel Zwingenberger-Qualitäten erinnert) faszinierte den Musikfreund. Für solistische Steigerungen sorgte nicht selten Gitarrist Amandus Grund, etwa bei seinen eigenen Kompositionen „Battin‘ the Boogie” und dem Lester Young gewidmeten
„Blues for Lester“, natürlich in „verkappter“ Boogie-Version.

Auch der bekannte St.-Louis-Blues sowie das „Hideaway“, eines der berühmtesten Stück von Freddy King, durften nicht fehlen, bevor der alt bekannte Dixie-Hit „Sheik of Araby“ in rasantem Boogie-Tempo zum krönenden Fixpunkt der ersten Session avancierte,

Der zuweilen expressive und stets rhythmisch leidenschaftliche Drive des Ensembles setzte sich auch im zweiten Teil des gelungenen Abends fort, als noch einmal Bandleader Christian Bleiming am Piano glanzvolle Paraden bot, von Gitarrist Amandus Grund sowie dem Energie-Bündel am Schlagzeug Peter Samland mit adäquater rhythmischer Motorik umterstützt.