Bericht im Lippstädter Patrioten vom 9.10.1999.
Text „cid“, Foto Deppe. Vielen Dank für die Berichterstattung.
Auf den Spuren des alten Louis
Wrobel-Hopkins International Quartet begeisterte mit Swing vom Feinsten
„It dont mean a thing if it ain’t swing”: Duke Ellingtons Ansicht, dass es nichts bedeute, wenn es nicht swingt, erwies sich für den Jazz. der 30er und 40er Jahre als prophetisch. Und es war vor allem ein Mann, der dem Swing Weltgeltung verschaffte: Louis Armstrong. Mit ihm, vor allem seiner Technik in den frühen Jahren, wird der Trompeter Bob Barnard häufig verglichen. Am Donnerstag spielte der Australier eingebunden in
das Wrobel-Hopkins International Quartet im Lippstädter Jazz-Club.
Wer sich immer schon gefragt hat, was es eigentlich sei, was den Swing ausmacht, der wurde im „Don Quijote“ auf klassische Art und Weise aufgeklärt. Die vier Herren im Zweireiher demonstrierten „unplugged“ und in bester Harlem-Manier, dass sich der Charakter dieser Musikrichtung jeder Notierung entzieht, vielmehr einem rhythmischen Impuls erwächst, der sich spätestens nach ein paar Takten auf die Knie des Publikums überträgt: im „Don“ fingen sogar zwei junge Männer an zu tanzen – an der Drehung könnten sie allerdings noch feilen.
Der bei Sidney beheimatete Bob Barnard hatte bereits im letzten Jahr seine Visitenkarte abgegeben und zahlreiche Jazztreunde schienen sich noch gut an seine technisch perfekte, coole Spielweise erinnern zu können. Aber die Kompositionen von George Gershwin, Bob Hakkeıt, Edgar Samson, Duke Ellington Benny Goodman und Louis Armstrong boten auch Engelbert Wrobel (Klarinette, Saxophon), Oliver Mewes (Schlagzeug) und Chris Hopkins (Piano) genügend Raum, sich in zündenden Improvisationen solistische auszutoben.
Dass es beim Swing besonders wichtig ist, auf den anderen zu hören, spielerisch auf ihn einzugehen und mit den übrigen Musikern zu
harmonieren, bewies das Quartett quasi beiläufig. Das hatte Witz, Stil, Professionalität und machte einfach Spaß.
BU: Mit Harlem-Swing der 30er und 40er Jahre begeisterte das Wrobel-Hopkins International Quartet das Publikum des Lippstädter Jazz-Clubs.
