Royal Bebop Experience am 4.5.2000 im Don Lippstadt

04.05.2000: The Royal Bebop Experience

Bericht im Lippstädter Patriot vom 06.05.2000.
Text und Bild: LB, vielen D
ank für die Berichterstattung.


Vor Stockholm noch im Club

„The Royal Bebop Experience“ schaute vor der großen Tournee durch Skandinavien noch im „Don Quijote” vorbei

„The Royal Bebop Experience“, so nennt sich das junge Quartett aus Soest, das sich aus dem Bandleader Patrick Porsch (Tenor- und Sopran-Saxophon), Schlagzeuger Patrick Hengst sowie dem Gitarristen Christof Söhngen und dem Bassisten Alex Morsey zusammensetzt und die hörenswerte Mai-Session im Jazz-Club bestritt.

Als Musikstudenten und Absolventen der renommierten Folkwang-Schule Essen und der niederländischen Musikhochschule Maastricht fand man zueinander, um zunächst in Clubs und auf Festivals in Deutschland und in den Benelux-Ländern aufzutreten. Schon bald folgten Kontakte zu den schwedischen Musiktagen in Linkö ping, die in diesem Jahr sogar zu einer Tournee durch Dänemark und Schweden ausgeweitet werden, wenn neben Linköping auch Metropolen wie Stockholm und Göteborg besucht werden.

Stilistisch ist das Quartett nicht so recht einzuordnen, wenngleich man sich durchaus an stilbildenden Jazzmusikern vergangener Jahre orientiert. Dazu gehören Charlie Parker, wie das charakteristische Opening „Relaxing at Camarillo“ bewies, ebenso wie Dave Brubeck und Bud Powell. Schwerpunktmäßig widmet sich das Quartett je doch dem Bebop. Am Vorbild-Beispiel Thelonius
Monk demonstrierte das Ensemble recht eindrucksvoll die Kunst, unbekanntere Bebop-Themen neu zu interpretieren und dem Publikum näherzubringen.

Auch klassische Jazz-Standards machen dem Team Spaß: „Bye, bye, Baby“ wie auch aus aktuellem Anlass George Gershwins „Summertime” und die bereits von Nat King Cole eingespielte Rhapsody, hier mit raffiniert-un-konventionellem Abschluss versehen.

Auf diese Weise wurde ideal der Grundkonsens zwischen Musikern und Publikum hergestellt. Mit „Keep in my mind” wurde die Ära der John Scofield-Combo zitiert. Hörenswert war auch der
Chandra-Blues von Jack Byard. Aus dem Repertoire der Eigenkompositionen (vorwiegend Balladen) stellte Gitarrist Christof Söhngen sein „Sailor’s Goodbye“ vor, während Patrick Porsch mit seinem offen gehaltenen Beitrag „Unfortunately None“ seine Balladen-Vorliebe demonstrierte. Zu den Sahnestücken des Quartetts gehörte ein wunderschöner Titel aus den 40ern: „Vicky’s Dream“ von
Lennie Tristano, eine Kompositionen mit virtuos herausgespielten Soli. Die Wirkung auf das Publikum blieb nicht aus.