Eine heitere Note durchpulste die Session der „Classic Jazz Company“ im Don Quijote / Wohlgefälliges Zusammenspiel statt ausschweifender Soli
Eigentlich nehmen sie sich selbst nicht so ernst: Die Dame und die sieben Herren der Classic Jazz Company wollen einfach ihren Spaß haben und mit ihrem Hobby Freude verbreiten. Und das in recht lockerer, unkonventioneller Gangart mit den stilistischen Ausdrucksmitteln der Musik. Diese heitere Note durchpulste die jüngste Session des Lippstädter Jazz-Clubs im Don Quijote, als das Oktett erneut seine swingende Visitenkarte abgab. Eigentlich hatte man das Ensemble schon im April erwartet. Doch da erkrankte kurzfristig der Pianist angesichts der total durcharrangierten Musik dieser Band ein nicht zu ersetzender Verlust, wie das Nachhol-Konzert eindeutig bewies. Überhaupt ist Fluktuation bei diesem Team ein Fremdwort: Die meisten Mitglieder der 1986 in Werne gegründeten Band sind heute noch dabei. So rekrutiert sich die Classic Jazz Company derzeit aus der Gesangs-Solistin Doris Schubert und sieben männlichen Vollblut-Musikern: Dr. Martin Streich (Trompete), Eckhart Sulk (Klarinette), Günter Verse (Tuba), Siegbert Reisige (Piano), Horst R. Kraft (Banjo/Gitarre), Gerd Weiss (Bass) und Peter Fey (Drums). Das Ganze ergibt im konzertanten wohlklingenden Zusammenspiel einen ausgereiften Ensemble-Sound in feinster Klassik-Manier, die sich an den charakteristischen Elementen der Dixieland- und Swing-Standards orientiert. Auf der Basis jahrzehntelanger Jazz-Erfahrung der Musiker, die schon auf vielen Festivals, Jazz-Konzerten, Riverboat-Shuffles, Stadtfesten und Gala-Veranstaltungen im In- und Ausland reüssierten, wird der traditionelle Jazz immer wieder mit neuen Impulsen versehen und lebendig rübergebracht, wie die Ausschnitte aus dem neuen CD-Album „Rolling on 2000“ bewiesen: „After you’ve gone“ und „Please don’t talk about me“. Aber auch Titel wie „Everybody loves my baby“ und Doris Schuberts Song „Honeysuckle Rose“ kamen bei den Lippstädter Fans gut an und dokumentierten die ureigenste Domäne des Oktetts, das auf ausschweifende Soli weitgehend verzichtet und lieber auf wohlgefälligen Kollektivsound setzt. Dabei wird großer Wert auf eine themengerechte, stark durcharrangierte Interpretation gelegt, ohne die Kunst der freien Improvisation aus den Augen zu verlieren. Auf diese Weise entsteht im flüssigen Konzertieren der einzelnen Instrumente ein durchaus abgewogenes Verhältnis von Arrangement und Improvisation. So gehörte etwa der Song „Bei mir bis Du schön“ in der eigenwillig arrangierten Improvisation zu den gern gehörten Paradestücken des Ensembles. Alles in allem ein beeindruckendes musikalisches Zeugnis für den traditionellen Jazz, der nichts von seiner Lebendigkeit eingebüßt hat.
Text + Bild: Der Patriot / Verfasser unbekannt
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