The Downtown Five 2000

11.01.2001: The Downtown Five

Verschnörkelte Melodien – The Down Town Five boten im Don Quijote Jazz für Herz und Hirn – 
Essener Musiker gingen bei Improvisationen eigenwillige Wege

Gegen halb neun war am Donnerstag die Bude plötzlich voll. Zum Glück gibts im Don Quijote auch noch Stehplätze. Das Jazzquintett „The Down Town Five“ aus Essen legte pünktlich los und die Musik ging sofort in die Fingerspitzen, die Fußspitzen und zu gleichen Teilen ins Hirn und ins Herz. Das Herz blüht auf, und das Hirn verfolgt mit intellektueller Neugier die eigenwilligen Wege, die die fünf Männer ihre Instrumente bei ihren Kollektiv-Improvisationen und bei den einzelnen Soli gehen lassen. „The Down Town Five“ – das sind vier Amateurmusiker und der Bassist Paul G. Ulrich. „Den haben wir studieren lassen. Deshalb spielt er nicht nur mit uns, sondern auch bei Paul Kuhn und in anderen Formationen“, erklärte Posaunist Ulrich Espe. Am Schlagzeug sitzt Hans G. Laaks, an der Trompete und am Flügelhorn spielt Günter Griguszies und am Klavier Jochen Bosack. Sie spielen ihre Versionen von Charlie Shavers Swing-Melodien und von Gershwins „O Lady, be good to me“. Der Mann am Bass schmachtet die Lady mit dunkler Stimme an, und die Posaune, gestopft mit einem echten Pömpel, quakt nachdenklich. Beim Blues verschnörkelt der Pianist die Melodien mit schwarzen Melancholismen, der Bassist greift zum Bogen und führt ihn „französisch“ nach Art der Cellisten über die Saiten, auf denen er in den höchsten Lagen wunderschöne Improvisationen zaubert, die der Pianist mit zarten Klangtupfern untermalt, während der Mann am Schlagzeug seine Instrumente mit zwei Jazzbesen streichelt. Das hat Stil und Niveau! Da bleibt nur noch der Wunsch: Passt gut auf Eure Gesundheit auf, damit Ihr noch lange so schön jazzen könnt!

Der Patriot, Text wh, Bild Hellwig
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