Boogie Radio 2002

03.10.2002: Boogie Radio

Das Berliner Trio Boogie Radio nahmen die Jazzclub-Zuhörer mit auf eine nostalgische Reise durch die vierziger bis siebziger Jahre

Im ältesten erhaltenen Fachwerkhaus Lippstadts, im Goldenen Hahn, fand am Tag der Deutschen Einheit das Oktoberkonzert des Jazzclubs Lippstadt statt. Aus Berlin war das Trio Boogie Radio gekommen mit dem Komponisten, Texter und Sänger Peter Behne am Schlagzeug, dem Pianisten Dennis Koeckstadt am Klavier und dem Saxofonisten Ben Perkoff aus San Francisco, der kurzfristig für seinen verhinderten Kollegen Volker Halbbauer eingesprungen war. „Ich habe eben noch mit Berlin telefoniert. Dort scheint die Sonne“, raunte Bandleader Peter Behne mit heiserer Stimme ins Mikrofon. „Aber wir haben ihnen einen Koffer voll musikalischen Sonnenscheins mitgebracht.“ Und dann starteten die drei Männer mit einem zünftigen Boogie zu einer nostalgischen Reise durch die vierziger bis siebziger Jahre. Selbstbewusst und mit fast animalischem Ungestüm trieb Ben Perkoff am Saxofon die Melodien voran. Mal ließ er sein Instrument in klaren Tönen jubeln, die er aber, wenn’s gar zu schön wurde, durch urige Grunzlaute unterbrach. Er ließ die Melodien vibrieren und mit langem Atem in die Höhe klettern. Übermut und Lebenslust pur! Mit flinken Fingern hämmerte Dennis Koeckstadt seinen geistreich umspielten Part in die Tasten und ließ immer wieder mit der rechten Hand das Klavier in den höchsten Lagen klirren. Bandleader Peter Behne sang mehrere Eigenbauschlager – „Komponieren können wir auch“ – und trommelte dazu einfühlsam ein schönes Fundament. Die drei Männer verwandelten den Goldenen Hahn in eine zünftige Jazzkneipe. Als die drei dann auf ihrer musikalischen Reise beim Rock’n’Roll angekommen waren, wurden alte Herzen wieder jung. Aber zum Tanzen ist’s nun mal im Goldenen Hahn zu eng.

Text und Bild: Der Patriot / wh
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