Unverfälschter Swing – Das Stefanie Hoevel Quartett bot im Maikonzert des Jazzclubs eigene Interpretationen von Standards wie „Change the World“ und „Summertime“
Als vor einigen Wochen der Anruf vom Lippstädter Jazzclub kam, freute sich Stefanie Hoevel: Die aus Arnsberg stammende Vollblut-Jazzpianistin, seit vielen Jahren in Frankfurt lebend, durfte mal wieder in ihrer engeren Heimat auftreten. Dazu brachte sie ihr eigenes Jazzquartett gleich mit, um die überaus gut besuchte Mai-Session des Lippstädter Jazzclubs in der Lounge am Tivoli zu bestreiten. Zwar hat sie ihre Vorbilder, an denen sie sich orientiert: Aber Stefanie Hoevel versieht die zum Teil selbst arrangierten Stücke mit der ihr eigenen Diktion und verändert die Interpretation der Standards. Titel wie „Change the World“ und „Summertime“ gehören dabei zu den Klassikern. Auch von den Höhen und Tiefen einer Liebesbeziehung wusste die Sängerin mit ausgefeilter, zuweilen metallisch hart klingender Stimme im schwebenden Vibrato zu berichten. Etwa im Titel „Destination Moon“, als sie ihr Publikum auf einer Flugreise zum Mond in die Höhen des „Supersonic Honeymoon“ entführte. Oder als sie eigene Erinnerungen lebendig werden ließ in einer ihrer Lieblings-Balladen – „You don’t know what love“ war reinste melancholische Gesangs-Poesie am Flügel. Dann wieder ein Einschub in memoriam Nina Simone („My baby don’t care“). Am liebsten demonstriert sie freilich unverfälschten Swing („I’m old fashioned“) in wohldosierter rhythmischer Verpackung beim virtuosen Piano-Anschlag, recht feinfühlig am Kontrabass begleitet von Michael Hoefler. Saxophonist Peter Back gefiel durch teils eruptive Improvisationen auf seinem Instrument, während Drummer Giovanni Gulino mit seinem rhythmischen Drive sich meist angenehm zurückhielt, nur selten aus sich herausging. Ein klanglich wohlgefälliges Frühlingskonzert im Club.
Text und Bild: Der Patriot / L
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