04.12.2003: Manfred Junker Quartett

Bilder entstehen im Kopf  – Die Musiker des Manfred Junker Quartetts lassen sich ihre Freiräume, bringen aber trotzdem ein eigenes Profil zum Ausdruck.

Der schmächtige Mann mit der Gitarre gibt sich bescheiden: „Vielen Dank, dass Sie uns zuhören“, meint er zu Anfang des Konzerts, bevor es auch schon ohne große Schnörkel losgeht. Was das Manfred Junker Quartett um seinen Bandleader und Gitarristen Junker zu bieten hat, ist Jazz vom Feinsten, durchzogen von Blues- und Funk-Elementen. Am Donnerstag gastierten die Musiker auf Einladung des Lippstädter Jazzclubs in der Lounge am Tivoli. Die Stimmung ist entspannt: Die Gäste essen, trinken und unterhalten sich während des Konzerts, und auch die Musiker erheben sich erst mit ein wenig Verspätung von ihrem Tisch, um auf die „Bühne“ zu gehen. Und auch wenn der Beginn mit einem Stück von Cole Porter eher verhalten ist, gibt es gleich einen Zwischenapplaus für das Spiel Manfred Junkers. Schon jetzt wird klar, was das Besondere der Gruppe ausmacht. Vier eigenständige Musiker bringen ihre Kunst zusammen, ohne sich gegenseitig an die Wand spielen zu wollen. Sie lassen sich ihre Freiräume, bringen aber trotzdem ein eigenes Profil zum Ausdruck. Beim zweiten Stück, ebenfalls von Cole Porter, der einen Großteil des Programms ausmacht, geht es dann schon zügiger zur Sache. Matthias Daneck am Schlagzeug treibt das Stück voran und gibt schon mal eine erste Kostprobe seines Könnens. Weiter geht es mit raschen, flüssigen Tempiwechseln, nur zwischendurch gibt es ruhigere Töne von Jochen Feucht am Saxophon. Mit wenig Mühe erzeugen die Musiker Stimmungen, nur um sie ebenso schnell wieder zu verwerfen und neue Bilder in den Köpfen der Zuhörer hervorzurufen. Bei aller Professionalität aber bleibt bleibt immer genug Zeit für einen kleinen Seitenblick zum Mitspieler oder ein paar Scherze zwischen Matthias Daneck und German Klaiber am Kontrabass, als dem Schlagzeuger zum wiederholten Male ein Drumstick von der Ablage rutscht. Neben den Songs von Cole Porter gibt es auch Eigenkompositionen Manfred Junkers zu hören. Das Stück „Hopes and Fears“ überzeugt vor allem durch seine Gegensätze. Nach dem ruhigen Beginn verschärft sich allmählich das Tempo, Saxophon und Schlagzeug ringen eine Weile um die Dominanz, bis sich der Rahmen wieder schließt und das Ende in den Raum plätschert, um dort allmählich zu verhallen. Ähnlich war es mit dem Applaus. Auch der verhallte zu Recht – nämlich erst ganz allmählich.

Der Patriot – Foto: Konradi, Text kik
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