Big-Band-Stimmung in Count Basie-Färbung – Kölner Band erinnerte am Samstag an den „King of Swing“.
Der Titelsong des Aktuellen Sportstudios im ZDF erinnert seit mehr als 20 Jahren jeden Samstagabend an einen der ganz Großen in der Jazz-Szene: William Count Basie. Das bekannte Arrangement mit dem unvergleichlichen Piano-Motiv aus der persönlichen Handschrift des legendären Bandleaders fehlte natürlich nicht im musikalischen Marschgepäck von Peter Fleischhauers King of Swing Orchestra: In einer Gemeinschafts-Veranstaltung des Lippstädter Musikvereins und Jazzclubs erinnerte die 17köpfige Kölner Band an den Big Band-Swing der goldenen 30er und 40er Jahre. Das Jubiläumskonzert aus Anlass des 100. Geburtstages des King of Swing enthielt naturgemäß zahlreiche Original-Arrangements. So erinnerte der Moten Swing zu Beginn der Session an die Anfangszeit aus der Ära des damaligen Orchester-Chefs Benny Moten, ehe Count Basie seine eigene Band gründete. Zu den Head-Arrangements dieser Zeit gehörten Titel wie Swingin the Blues sowie das lustige Trompetenthema im 920 Special. Spontaneität, wohldosierter Sound, zuweilen auch klanglich kalkulierte Exzesse sowie flexible Improvisationen kennzeichnen den Stil des King of Swing Orchestra . Ruhig-getragene Elemente in gedämpftem Sound (Li’l Darling) wechselten mit eruptiven Ausbrüchen im tempogeladenen Drive (Magic). Count Basies Stammplatz am Piano nahm in dieser Formation Berthold Matschat ein: Die vom Vorbild gesetzten Maßstäbe, die hohe Kunst der unnachahmlichen sparsamen Klavierbegleitung (comping style) kamen wundervoll zur Geltung. Mit spürbarer Spielfreude und lupenreinem Big Band-Sound wartete das Ensemble der Bläser auf. Perfekte Soli sorgten immer wieder für Szenenapplaus. Band-Leader Peter Fleischhauer, als tempogeladenes Energiebündel selbst aktiv am Schlagzeug, erwies sich als stets forcierender Rhythmus-Lieferant. Für das vokale I-Tüpfelchen sorgte die charmante Sängerin Anna Larsen mit authentischem Timbre der Swing Epoche. Frank Fosters Arrangement Chinese Talkings sowie die Ballade We’ll be together gehörten zu den Höhepunkten.
Text: Der Patriot / Brode
übernommen von archive.org 03/26
