Es war eine recht ungewöhnliche Mitgliederversammlung am Donnerstag in der Tivoli-Lounge. Schließlich ging es dabei um die Zukunft des Lippstädter Jazzclubs. Denn schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass der gesamte Vorstand nicht mehr zur Wahl antreten wird (wir berichteten).
Doch das Gute gleich vorweg: Den seit über 60 Jahren bestehenden Club wird es auch weiterhin geben, mit einem komplett neuen Vorstand und ganz viel passioniertem Einsatz. Doch bevor es zur mit Spannung erwarteten Vorstandswahl kam, galt es zunächst, die Regularien auf der Tagesordnung einzuhalten. Der Noch-Vorsitzender Martin Heimeier begrüßte mehr als 30 Mitglieder und Jazzfreunde, bevor er die Entscheidung offiziell bekannt gab. Dabei machte er auch noch einmal deutlich, dass es nach so langer Zeit – er selbst ist seit 20 Jahren im Vorstand– auch wichtig sei, einen „frischen Wind wehen zu lassen“. Natürlich, so betonte er, spiele auch die Coronazeit und die Tatsache, dass mit der Werkstatt das Clublokal weggefallen sei, eine Rolle. Das sei eine Herausforderung für die Nachfolger, aber auch eine große Chance: „Ein neuer Vorstand hat einen großen Spielraum, weil die Weichen komplett neu gestellt werden können.“
Dann legte er die weitere Leitung in die Hände von Godehard Pöttker. Mit herzlichen Worten bedankte dieser sich bei ihm, aber auch den anderen scheidenden Vorstandskollegen, der Kassiererin Marianne Kleinebekel-Turner, die seit 40 Jahren mit dabei ist, sowie den Beisitzern Gregor Dietz und Volker Schramm, für das große Engagement in der Vergangenheit.
Vorsitzender wird erst am Abend Mitglied
Dass sich gleich vier Kandidaten zur Wahl stellten, erwies sich als freudige Überraschung. Und die wurden auch bis auf wenige Enthaltungen beinahe einstimmig gewählt. Doch zuvor stellte sich das künftige Vorstandsquartett erst einmal vor. Florian Reimann lebt seit einigen Jahren wieder in Lippstadt. Der Jazzclub, so erklärte der künftige neue Kassierer, habe ihm schon immer am Herzen gelegen.
Letzteres trifft auch auf Andreas Hermeyer zu, der selbst Jazzmusiker ist und als Beisitzer und künstlerischer Leiter gewählt wurde. Hermann-Josef Skutnik hält die Geschicke des Jazzclubs ab jetzt als neuer Vorsitzender in der Hand.
Der ehemalige freie Mitarbeiter des Patriot erklärte, dass er viele Jahre über den Jazzclub geschrieben und dessen Geschicke stets mit großem Interesse verfolgt habe. Mitglied wurde er allerdings erst an diesem Abend vor der Wahl. Dafür bekam er gleich mal von Marianne Kleinebekel-Turner einen symbolischen Jazzclub-Stempel verpasst.
Auch das Amt der Kassenprüferin wurde vergeben, das übernimmt Maria Pöttker. Applaus gab es außerdem für Godehard Pöttker, der sich spontan weiterhin als Beisitzer zur Verfügung stellte. Natürlich, erklärte der scheidende Vorsitzende Martin Heimeier, werde auch er dem neuen Vorstand zukünftig gern zur Seite stehen.
Auch über ein neues Clublokal und die Anschaffung eines Klaviers wurde diskutiert. Doch erst einmal sei es wichtig, dass der neue Vorstand sich in seiner Rolle zurechtfände, betonte Heimeier.
Textquelle: Der Patriot
