Jan & Jannike am 14.08.2021 bei der Jazz&Bike-Tour

14.08.2021: Jazz & Bike Tour mit „Jan & Jannike“

Bericht im Lippstädter Patriot vom 17.08.2021.
Text + Bild: Marion Heier, v
ielen Dank für die Berichterstattung.


Fahrradtour mit jazzigem Finale in Dedinghausen

Ein wundervoller Ort, ein wundervoller Sommernachmittag und eine wundervoll stimmige Musik dazu: Es war ein perfekter, nicht nur musikalischer Nachmittag, den über 120 Gäste beim Konzert des Jazzclubs an ungewöhnlicher Location am Samstag auf der Wiese des Ateliers T8 genießen durften.

Das Konzept, neue Standorte und ein weiter gefasstes Rahmenprogramm ausprobieren zu wollen, ging auf. Musik an illustrem Ort, Geselligkeit und Bewegung an einem Nachmittag – das ließ ungewöhnlich viele Interessierte aufhorchen.

So viele Gäste habe man, wenn überhaupt, seit langem nicht gehabt, resümiert Vorsitzender Hermann-Josef Skutnik, der am Samstagnachmittag selbst überrascht gewesen war von so vielen Teilnehmern, die mit ihm gemeinsam vom Rathaus aus und mit Unterstützung des ADFC zum Atelier T8 radelten. Auch die beiden Gastgeber Katinka Winz und Rainer Westerkamp staunten nicht schlecht über die „holländischen Verhältnisse“ vor ihrer Haustür. Die event-erprobten Gastgeber hatten für alles gesorgt. Für ein reibungsloses Catering dank ihrer vier Söhne, die Bühne, die Bestuhlung, die Grill-Ecke für die Bratwurst im Anschluss.

Hauptattraktion aber waren natürlich Jan und Jannike, die sich mit neuer musikalischer Ausrichtung ganz aktuell zu Alva umgetauft haben und zur sommerlichen Brise und wärmenden Sonnenstrahlen ein absolut stimmiges Repertoire lieferten, das dem Moment huldigte.

Es waren bis auf wenige Standards ausnahmslos alles Eigenkompositionen, die das Musiker-Paar, das außer in Irland die letzten Jahre auf Lanzarote, verbracht hatte, präsentierte. Auf der Kanareninsel wurde auch der künstlerische Leiter des Jazzclubs, Andreas Hermeyer, auf die beiden aufmerksam. Es gab also keinen Mainstream zu hören, der sich vor dieser Kulisse sicherlich auch gut gemacht hätte. Vielmehr überzeugten Jannike Linn Herr und Jan Hendrik Rau mit einer ganz eigenen Musik, die stilübergreifend vom Pop, Soul, Folk und Jazz alles umfasst.

Sie ist herrlich jung und modern. Sie riecht nach Aufbruch, nach leiser Avantgarde, nach etwas, das anstoßen und anregen will. Sie ist komponierte Improvisation, so leicht, so überraschend; gespickt mit kompositorischen Mitteln, kurzen Phrasierungen die aufpoppen, und längeren, die wellenartig abebben. Stimmlich wie musikalisch ist das Duo äußerst wandelbar.

Inhaltlich geht es in die Tiefe. In „Little Planet Earth“ geht es ums Klima, auch wird es mal melancholisch und sehr intensiv. „A Place I Come Home“ ist einer nicht am Ort festzumachenden Heimat im Herzen gewidmet. Bei „Everything is Green“ huldigen sie der Flora und Fauna, in „Child“ dem Kindsein, ein Lied, das sie erst am Freitag herausgebracht haben. Während sie Billie Eilish-mäßig Töne zelebriert, holt er den Walking Bass und die klassische spanische Gitarre heraus.

Sommerliche Klänge

Der Bossa wiegt alle im sommerlichen Müßiggang. Oder sie spielen einen beschwingten Klassiker von Django Reinhard. Oder ein Jazz-Evergreen wie „Autumn Leaves“. „The Pursuit Of Happiness“, die Suche nach dem Glück, ist jener Sommer-Song aus der Kategorie Easy Listening, der alle glücklich macht. „Der war schön“, hieß es nur. Und so war die ganze Veranstaltung.