Ignatz Netzer am 20.03.2022 bei Loesmann auf der Heide Benninghausen

20.03.2022:Jazz-Brunch mit Ignaz Netzer

Bericht im Lippstädter Patriot vom 22.03.2023.
Text: Nina-Vienna Wissing, v
ielen Dank für die Berichterstattung.
Fotos: Peter Hoffmann


Mitreißendes Blueskonzert mit „drei alten Damen“

Der Sänger und Gitarrist Ignatz Netzer begeistert sein Publikum bei Loesmann auf der Heide

„Wer heute Vormittag beim Bluesbrunch mitsingt, der muss am nächsten Sonntag nicht in die Kirche“, verspricht Ignaz Netzer. Wer nicht singen wolle, könne aber auch mit „rhythmischem Körpereinsatz“ mitmachen. Dabei schnipst der Bluessänger und -Gitarrist ein paar Mal im Takt und zeigt, wie es geht.

Mit einer gelungenen Mischung aus Blues, Jazz und Einflüssen aus Country und Gospel heizt Ignaz Netzer den voll besetzten Saal bei Loesmann auf der Heide in Benninghausen richtig auf. Dabei begeistert er in dem Jazzclub-Konzert nicht nur mit altbekannten Balladen wie „You Gotta Move“ von den Rolling Stones. Auch seine eigenen Songs wie „How Long Must This Story Go on“ bringen die Gäste dazu, im Takt zu klatschen und zu stampfen. Ab und an erklingt aus dem Publikum sogar ein Johlen, das den musikalischen Südstaatenflair perfekt macht.

Trotz des deutlich spürbaren Einflusses des zwischendurch rauen Country Blues überzeugt Netzer mit seinem ganz eigenen, musikalischen Stil. Dabei setzt der Gitarrist und Sänger viel auf seine drei Akustikgitarren, die er liebevoll als seine „alten Damen“ bezeichnet. Damit nicht genug, zückt er für den Song „If The River Was Whiskey“, einst von Charlie Poole gesungen, auch noch die Mundharmonika.

Während das Publikum im Takt schnipst und klatscht, entlockt der Künstler seinen Instrumenten stimmungsvolle Klänge. Dabei singt er mal von seinem besten Freund, der jahrelang glaubte, seine Weinflasche sei sein einziger Freund („How Long Must This Story Go on“), mal von im Himmel wiedervereinten Familien („Will The Circle Be Unbroken“).

Es gibt viel Applaus, und der Musiker kommt nicht ohne Zugaben nach Hause. Eine davon ist das Lied „Rocking My Blues Away“. Dieses Lied, so erzählt er, habe er gemeinsam mit seinem ältesten Kater „Bärchen-Willi“ während einer nachmittäglichen Jam-Session komponiert. Ob der Musiker, der offensichtlich einen ganz eigenen Humor hat, alles genau so meint, wie er es sagt, kann man nicht immer erkennen. Die glitzernde Katzen-Brosche am Sakko des Musikers spricht in diesem Fall aber für sich.