18.03.2023: Omid Bahadori & Markus Korda im Jazzclub Lippstadt

18.03.2023: Omid Bahadori & Markus Korda

Bericht im Lippstädter Patriot vom 22.03.2023. Text: Helga Wissing.
Vielen Dank für die Berichterstattung. Fotos: Peter Hoffmann 


Dem Zauber der Klänge hingegeben – Omid Bahadori und Markus Korda begeistern mit Jazzclub-Konzert im Kunstverein Lippstadt

„Das Lippstädter Jazzclub-Publikum ist ganz offensichtlich spontan. Nur 20 Karten für die Veranstaltung „Jazz aus Persien – ein Konzert mit Omid Bahadori und Markus Korda“ hatten die Organisatoren im Vorfeld verkauft, vorsichtshalber wurden aber dann doch 40 Sitzplätze eingeplant. Und dann platzt der Galerieraum des Kunstvereins Lippstadt am Samstag aus allen Nähten. Mehr als 100 Besucherinnen und Besucher sind an diesem Abend der Einladung des Jazzclubs gefolgt. Und werden nicht enttäuscht.

Der im Iran geborene Multi-Instrumentalist und Komponist Omid Bahadori, der auch in der Region schon mit seiner mongolisch-persischen Gruppe Seeda eine Fangemeinde hat, kommt nicht allein. An seiner Seite ist der Akkordeonist Markus Korda, der sich unter anderem auf die Musik des Balkans, vom leidenschaftlichen Tango bis zum rhythmischen Forró aus Brasilien spezialisiert hat. Wunderbar harmonieren die beiden Musiker miteinander. Beinahe meditativ wird zwischendurch die Stimmung im Raum. Fehlt eigentlich nur noch das Lagerfeuer. So privat und intim ist die Atmosphäre.

Omid Bahadori, der im Alter von zwölf Jahren mit seinem Bruder praktisch über Nacht aus dem Iran geflohen ist, erzählt zwischendurch aus seinem Leben, das er – nicht zuletzt inspiriert durch seinen Aufenthalt in einer Musiker-Wohngemeinschaft – ganz der Musik gewidmet hat. Bei seinem Auftritt präsentiert er eine Vielzahl an Instrumenten – neben der Gitarre sind das die persische Kelchtrommel Tombak, das Cajon, die Rahmentrommel und auch die wie ein kleines Ufo aussehende Handpan, auch Spacedrum genannt. Er habe inzwischen zu Hause schon ein kleines Museum an Instrumenten, erzählt der passionierte Musiker, der mit seinen dichten, silbernen Locken und der Mondstein-Kette um den Hals irgendwie wirkt wie ein Mann aus einer längst vergangenen Zeit.

Das Repertoire an diesem Abend besteht aus persischen, mongolischen, osteuropäischen bis hin zu brasilianischen Klängen. Bahadori singt mit schöner, angenehm rauer Stimme und demonstriert eindrucksvoll auch eine alte Gesangstechnik, den Obertongesang. Dabei wird er von Markus Korda absolut harmonisch und sehr sensibel begleitet. Die beiden hervorragenden Musiker geben sich ganz offensichtlich selbst den Klängen hin, das macht diesen Auftritt zusätzlich so besonders. Immer wieder klingen auch moderne Komponenten durch wie bei der Zugabe, die sich das begeisterte Publikum frenetisch erklatscht. Es sei ein bekanntes Lied aus dem Iran, erzählt Omid Bahadori, bekannt durch einen Sänger, den man als „persischen Bob Dylan“ bezeichnen könne.