Bericht im Lippstädter Patriot vom 17.01.2023.
Text: Marion Heier, vielen Dank für die Berichterstattung.
Fotos: Peter Hoffmann
Ein Sound voll treibender Energie
Homebrass punkteten im Biergarten des Hülshoffs mit einem breit gefächerten Repertoire
„Keine Märsche und keine Polkas“. Das ist die knappe Antwort des Trompeters auf die Frage nach dem Repertoire, das Homebrass beim „Jazzbrunch“ spielen würden. Und es ist eine Ansage, dass beim Jazzclub-Konzert im Biergarten des Lippstädter Hülshoffs nicht das Essen, sondern die Musik im Vordergrund stehen wird.
Denn was da aus dem Blech erklingt, ist alles andere als nette Begleitmusik zum Frühschoppen unter blauem Himmel, sehr blauem Himmel. Was der Veranstaltung das i-Tüpfelchen aufsetzt. Location, Stimmung, Band und Bier – all das passt am Sonntagmorgen wie die Faust aufs Auge und lässt einmal mehr das Wechsel-Konzept des Jazzclubs aufgehen.
Pop, Funk und Jazz präsentieren die neun Musiker im satten, mitunter Bigband-Sound. Hier haben sich Musiker zusammengefunden, die nicht nur aus Lust und Liebe zum Instrument und zur Musik spielen, sondern auch vor gehöriger Kreativität strotzen.
Das nämlich zeigen die selbst geschriebenen Arrangements, etwa das Peter-Fox-Medley, das harmonisch so dicht und in den Stimmführungen so autark gesetzt ist, dass es das spielerische Können eines jeden Musikers herauskitzelt. Tonartwechsel, präzise Fill-ins: da sind geübte Bigband-Musiker am Start.
Beim Abba-Medley rollt der Disco-Sound und das dank der zweiköpfigen Schlagwerk-Truppe, die an Snare, Becken und Trommel den Rhythmus machen. Wäre da nicht auch noch das Sousaphon. Das Tuba-Instrument fungiert als treibender Kontrabass, ein wahrer flinker Rhythmusgeber, der jedem Stück das nötige Charisma verpasst.
Dass die Band flexibel einsetzbar ist als Partyband oder eben Jazzformation, zeigt sich am breit gefächerten Repertoire, das von Totos „Africa“ über James Blunts „1973“ bis hin zur romantischen Jazzballade „I Wish You Love“ reicht. „I Feel Good“ und „Stand By Me“ sind trickreich und an Phrasierungen reich elegant arrangiert. Immer wieder punktgenau: die Brass-Beats und ein Sound voll treibender Energie bei „Cant Take My Eyes Of You“, „Funky Town“ und dem Abba-Medley. Roberta Flacks „Killing Me Softly“ erklingt in einer funky Version.
Bei den Arrangements ließen sich die Schreiber von Insider-Bands wie der Youngblood Brass Band oder Too Many Zooz und ihrer Coverversion von Billie Eilishs „Bad Guy“ inspirieren. Das liefert mit seinem groovenden Synth Bass eine perfekte Vorlage für Homebrass, die den Brass-Instrumenten am Sonntag alle Ehre machen.













