Wednesday Night Jazzband am 23.08.2023 in der Musikschule

26.08.2023: Wednesday Night Jazz-Band

Bericht im Lippstädter Patriot vom 30.08.2023.
Text: Helga Wissing, v
ielen Dank für die Berichterstattung.
Fotos: Peter Hoffmann 


Sternschnuppenregen über dem Globe

Es ist schwül und drückend warm im Globe, dem Veranstaltungsraum der Lippstädter Conrad-Hansen-Musikschule. Doch an diesem frühen Abend bleibt dennoch kein Platz frei, schließlich stehen Wednesday Night auf der Bühne und da ist der Name Programm für alle Freunde des Jazz.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Lippstädter Jazzclubs und der heimischen Musikschule. Sieben Musiker und eine Musikerin teilen sich die kleine Bühne. Nicht nur einmal haben sie bereits beim „Jazz im Foyer“ im Lippstädter Stadttheater ihr Publikum begeistert. Das Repertoire umfasst auch diesmal in erster Linie Jazz-Standards, die von Leiter Guido Schlegel eigens für die aktuelle Besetzung arrangiert wurden.

Eine schöne Idee ist es, dass einige der Musiker abwechselnd vor jedem Stück eine kleine, mit Anekdoten gespickte Einführung in Werk, Komponisten und Interpreten geben. Die Bandbreite ist groß und zieht sich durch die Jahrzehnte. Dazu gehört „So What“ von Miles Davis aus dem Jahr 1959 – ein Lied mit nur zwei Akkorden – ebenso, wie „Stars Fell On Alabama“, ein Titel, den Frank Perkins 1934 komponiert hat.

Die Zuschauer erfahren, dass der Text sich auf einen spektakulären Sternschnuppenregen 1833 in Alabama bezieht. Der Song sei in den Dreißigerjahren von verschiedenen Bigbands aufgeführt worden und mehr als 100 Künstler hätten ihn seither aufgenommen.

Christian Daniels ist bei diesem gefühlvollen Stück mit einem hinreißenden Saxofonsolo zu hören. Überhaupt bekommt jeder Einzelne im Verlauf die Gelegenheit, sein Instrument im Solopart vorzustellen. Das wird jedes Mal mit begeistertem Applaus von den Zuschauern honoriert. Auch „All Blues“, ebenfalls von Miles Davis aus seinem legendären Album „Kind of Blue“ aus dem Jahr 1959 – eines der wenigen Jazzstücke im 6/8 -Takt – interpretiert die Band mit Hingabe.

Guido Schlegel führt seine Musiker am Flügel ausgesprochen harmonisch durch das Programm. Am Ende gibt es stakkatoähnlichen Beifall. Und dem folgt prompt ein hinreißender musikalischer „Rausschmeißer“, wie die Band es nennt, in Form von „Hank’s Shout“ ein Titel des US-amerikanischen Tenor-Saxofonisten Hank Mobley.

Guido Schlegel (Piano), Eva Bölting und Dieter Hermes (Altsaxofone), Helmut Reimer (Trompete) Martin Schreiber und Christian Daniels (Tenorsaxofone), Manfred Nietsch (Schlagzeug) und Markus Hoppe (Bass) verbeugen sich vor ihrem begeisterten Publikum. Der Erlös des Abends geht an die Kinderklinik des Evangelischen Krankenhauses.