Bericht im Lippstädter Patriot vom 15.06.2024.
Text: Helga Wissing, vielen Dank für die Berichterstattung.
Fotos: Peter Hoffmann
Coverversionen mit ganz eigener Note
Einen Arzt brauchte man beim Jazz-Brunch im Biergarten des Lippstädter Hülshoff ganz bestimmt nicht. Mit dem eingängigen, durch Ray Charles bekannt gewordenen Titel „I Don’t Need No Doctor“ eröffnet die heimische Band Smashin Blue ihr Konzert unter freiem Himmel. Und der zeigt sich an diesem Tag auch strahlend blau, dazu jede Menge Sonne und angenehme Temperaturen, beste Voraussetzungen also für ein Open-Air-Event.
Die vier Musiker covern auch neue Blues-Stücke wie den wunderbaren Titel „The Heart That Never Waits“ von Joe Bonamassa und „Diamonds & Gold“ von Kenny Wayne Shepherd. Da ist Gefühl, da ist Rhythmus, da ist Spielfreude, das Quartett präsentiert sich als hervorragend aufeinander abgestimmtes Team.
Hennig Schröer (Gitarre), Urgestein Manfred „Manni“ Flocke (Bass), Max Ziegler (Schlagzeug) und Stefan Kasprik (Gitarre) bringen das Publikum nicht gerade zum Toben, aber die Köpfe nicken, die Beine wippen, ein Stück Nostalgie schwingt mit.
Vor allem bei den bekannteren Stücken wie Stevie Wonders „Superstition“ in der Version von Stevie Ray Vaughan kommen die Leute auch ein bisschen mehr aus sich raus. Bei eher unbekannteren Stücken wie „So Alone“ von Lance Lopez ist die Resonanz nicht ganz so groß. Mutig aber von der Band, sich auch an solche Titel zu wagen. Da sind kleine musikalische Highlights dabei.
Manfred Flocke wechselt mehrfach sein Instrument, spielt unter anderem einen fünfsaitigen Fretless-Bass. Stefan Kasprik, der mit seiner etwas rauen, speziellen Stimme nicht nur durch das Programm führt, sondern auch die Gesangsparts übernimmt, bedient zwischendrin mit dem Fuß ein Effektgerät, das einen verblüffend authentischen Orgelsound ermöglicht. Besonders eindrucksvoll kommt das bei „Need Your Love So Bad“ von Fleetwood Mac zum Ausdruck.
Das Besondere ist, dass die Band nicht einfach nur eins zu eins covert, sondern den einzelnen Titeln einen ganz individuellen Stil verleiht. Dabei scheuen sich die Musiker auch nicht, immer mal wieder zu improvisieren. Und das funktioniert prima. Der Applaus am Ende ist groß. Natürlich gibt’s Zugaben, unter anderem „We Wish You Well“ von Whitesnake.








