Bericht im Lippstädter Patriot vom 06.05.2025 von Helga Wissing.
Vielen Dank für die Berichterstattung. Fotos: Peter Hoffmann.
Schwarz-Weiß trifft Klangfarbe: Jazzclub Lippstadt feiert 70. Geburtstag
Bevor der Vorsitzende Hermann-Josef Skutnik die Fotoausstellung offiziell eröffnet, wirft er einen Blick zurück auf die vergangenen Jahrzehnte, in denen zahlreiche hochkarätige Jazz-Musiker nach Lippstadt geholt wurden. Unter ihnen der Saxophonist Klaus Doldinger, der zum 50-jährigen Jubiläum zu Gast war.
Die Bilder von Peter Hoffmann in der Rathausgalerie zeigen Musikerinnen und Musiker, die in den vergangenen Jahren im Rahmen des Jazzclubs aufgetreten sind. Es sind ausschließlich Schwarz-Weiß-Bilder voller Ausdruckskraft. Er warte immer erst einige Musikstücke ab, bevor er mit seiner Kamera lautlos den richtigen Moment einfange, erklärt Hoffman, der sich bereits als Naturfotograf einen Namen gemacht hat.
Dass er ein Auge für genau diesen „richtigen Moment“ hat, wird beim Betrachten der Bilder klar. Darunter auch ein wunderbar eingefangener „Augenblick“, der den Klezmer-Musiker und Klarinettisten Giora Feidman zeigt. Eines seiner Lieblingsbilder, wie Peter Hoffmann betont. Es entstand 2022 im Stadttheater. Nicht weniger ausdrucksstark ist ein Porträt von Cosmo Klein, der mit The Campers im Februar letzten Jahres im Apollo-Club aufgetreten ist.
Peter Hoffmann gelingt es auf beinahe magische Weise, die besondere Aura, die Charakteristika der jeweiligen Musiker und Musikerinnen einzufangen. Die Bilder werden von einigen Sprüchen an den Wänen begleitet. Wie beispielsweise: „Sind die Bilder gelungen, erlauben sie emotional in die Vergangenheit einzutauchen, dann hört man die Musik, die im Betrachter verborgen war.“
Apropos Musik: Die Besucherinnen und Besucher der Vernissage erleben im Anschluss einen echten musikalischen Leckerbissen. Der Rathaussaal füllt sich an diesem Abend so schnell, dass immer wieder Stühle nachgeholt werden müssen. Der holzgetäfelte historische Raum passt sehr gut zu der jazzinspirierten Salonmusik, die das Fördetrio wunderbar harmonisch und eingängig präsentiert. Andreas Hermeyer (Akkordeon), Kalle Mews (Drummer von Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys) und Wolfram Nerlich (Kontrabass) servieren dem Publikum einen Ohrenschmaus vom Feinsten. Dabei ernten sie auch mit einigen Soli begeisterten Zwischenapplaus.
Das Konzert beginnt mit dem Stück „Akkordeonissimo“, einem so genannten „Tastenflitzer“, wie Andreas Hermeyer humorig erklärt. Auch Popsongs wie „Clair“ von Gilbert O’ Sullivan haben die drei hervorragenden Musiker im Repertoire. Die Stimmung im proppenvollen Saal könnte besser nicht sein.



















