Ombre de Luci am 24.08.2025 im Atelier T8

24.08.2025: Jazz Brunch mit Ombre Di Luci

Bericht im Lippstädter Patriot vom 26.08.2025 von Dietmar Gröbing.
Vielen
Dank für die Berichterstattung. Fotos: Peter Hoffmann.


Das Leben und seine Lustbarkeiten feiern – Das Quintett Ombre di Luci und Gastsängerin Marine Babakyan begeistern im T8

„Es fühlt sich ein bisschen wie Italien an“, sagt eine Besucherin. Damit nicht genug: Es klingt auch so, als die Formation Ombre di Luci das stiefelförmige Areal südlich der Alpen in Töne übersetzt. Hintergrund ist der Saisonauftakt des Lippstädter Jazzclubs, der am Sonntag über die Bühne ging. Traditionell mit einem Event namens „Jazz & Bike“, das die Themen Radeln und Rasten nonchalant miteinander verknüpft. Startpunkt der spätsommerlichen Sause ist wie üblich der Lippstädter Rathausplatz, von wo aus sich zahlreiche Zweiradfreunde auf den Weg nach Dedinghausen machen. Als Anlaufort fungiert das Atelier T8.

Die zugehörige Kulturscheune verwandelt sich zur Feier des Tages in ein Konzerthaus. Dort dürfen die Besucher unbewusst eine neue Räumlichkeit begutachten. Der laut Hausherrin Katinka Winz künftig als „working space“ angedachte Gebäudeteil dient den auftretenden Künstlern als Bühne. Hier kommt neben den Herren von Ombre di Luci auch Gastsängerin Marine Babakyan in den „flow“ (so auch der Name des neuen Raums).

Die an der Lippstädter Musikschule unterrichtende gebürtige Armenierin singt und lässt bisweilen ihre Violine erklingen. Der Mix aus mediterranen und kaukasischen Klangmotiven mündet in extraordinäre Stücke. Folglich feiern die Herbeigeeilten aus Nah und Fern die Besonderheit des Moments. Man könnte auch sagen, sie feiern das Leben und seine Lustbarkeiten.

Übersetzt bedeutet Ombre di Luci „Schattenlichter“. Demgemäß erhellen sich die Gesichter der Jazzfreunde. Kein Wunder, wenn man Latin, Folk, Jazzchanson und die italienische Sprache so perfekt beherrscht wie das Quintett aus Niedersachsen.

Niedersachsen? Genau, stammen die Jungs doch keineswegs aus Bella Italia, sondern aus Osnabrück, weshalb sie sich selbstironisch als „falsche Italiener“ betiteln. Das jedoch stimmt nur teilweise, denn der schreibende Kopf der Band, der aus Mailand stammende Giovanni Armanni, zeichnet für das Gros der Texte verantwortlich. Sie drehen sich um misslungene Banküberfälle und zwischenmenschliches Chaos, aber auch um Dinge wie die Mafia, korrupte Politiker, südliche Winde und Amore.

Das könnte man als klingendes Klischee bezeichnen, was es letztlich auch ist. Allerdings stört dies die Männer um Sänger und Pianist Marcus Tackenberg herzlich wenig. Ralf Quermann (Gitarre, Kontrabass), Karl Snelting (Drums), Markus Preckwinkel (Posaune, Tuba) und Raphael Rahe (Cello, Gitarre) sind fleischgewordene Klischees und stehen dazu. Weil sie weder ihren Gegenstand noch sich selbst übermäßig ernst nehmen. Vor allem aber, weil ihre Herangehensweise seit fast drei Jahrzehnten Früchte trägt.

„Das Konzept funktioniert und macht Spaß“, sagt denn auch ein Gast auf Nachfrage und lässt seine Finger im Takt schnippen.