Duke of Swing Allstars am 11.10.2025 im Tivoli Lippstadt

11.10.2025: Duke of Swing Allstars

Bericht im Lippstädter Patriot vom 14.10.2025.
Text: Dietmar Gröbing, v
ielen Dank für die Berichterstattung.
Fotos: Peter Hoffmann 


Die Dukes of Swing animierten im Lippstädter Jazzclub mit alten Schätzen zum Tanz

Wenn fünf Herzöge gleichzeitig in Lippstadt gastieren, könnte man ein royales Großevent in schlossähnlichem Ambiente erwarten. Tatsächlich versammelten sich die „Adeligen“ am Samstag jedoch in der Tivoli Lounge, wo der Jazzclub sein jüngstes Konzert abhielt. Zu Gast: die Dukes of Swing, die Herzöge der Swingmusik.

Damit ist klar, welcher Stoßrichtung sich die Künstler an diesem Abend verschreiben. Es geht um Jazz- und Swing-Klassiker des letzten Jahrhunderts. Was folgt, ist eine Reise in die Vergangenheit. Ob selbige besser oder schlechter war als die Gegenwart, sei dahingestellt. Zumindest war sie anders. Unter anderem in Bezug auf das musikalische Angebot.

Es war die Ära herausragender Individualisten und Bandleader wie Duke Ellington, Irving Berlin, Cole Porter, Glenn Miller und Count Basie. Nicht zu vergessen Louis Armstrong. Die Dukes of Swing intonieren während ihres Auftritts allein vier Titel von „Satchmo“, sodass sich der Gig zu einer heimlichen Hommage an den Sänger und Trompeter ausweitet. Zu hören sind „A Kiss to Build a Dream On“, „Do You Know What It Means to Miss New Orleans“, „Dinah“ und „Flat Foot Floogie“.

Letztgenannte Nummer lockt zahlreicher Tänzer beziehungsweise Lindy Hopper auf die eigens eingerichtete Tanzfläche. Wie immer bei derlei Veranstaltungen nutzen die bewegungsaffinen Damen und Herren die Gelegenheit zur rhythmisch untermauerten Körperertüchtigung. Deshalb gilt der zwischen den Liedern in heftigen Salven aufbrandende Applaus nicht nur den Dukes, sondern auch der Performance der Lindy-Hop-Artisten. Beifall gibt es obendrein für deren Erscheinungsbild, denn die ausgeführte Kleidung ist zum Teil der Epoche angepasst, die klingend heraufbeschworen wird. Hier und da eine Schlaghose, historisch angehauchtes Schuhwerk, kleidsame Petticoats und vereinzelt eine Kopfbedeckung.

Schicke Ausgehklamotten auch bei der Band, die allein drei Herren für den Einsatz von Trompete, Saxofon und Posaune abgestellt hat. Entsprechend druckvoll kommt der Output daher. Hinzu gesellen sich Kontrabass und Gitarre. Den Gesangspart nicht zu vergessen, der die Darbietung krönt wie die Kirsche die Torte. Der 61-jährige Wuppertaler Mike Rafalczyk ist gelernter Kunststoffformer, kennt sich aber mindestens genauso gut mit der stimmlichen Formung aus. Wenn Rafalczyk nicht gerade Posaune spielt, haucht er alten Schätzchen wie dem durch die Andrew Sisters bekannt gewordenen „Bei mir bist du schön“, dem unter anderem von Nina Simone gesungenen „Exactly Like You“ und Earl Hines’ „Rosetta“ neues Leben ein.

Das ist durchweg gelungen. Manchmal sogar rührend. Fast so rührend wie der sentimentale Höhepunkt des Retrokonzerts: Doris Days Edelschnulze „Sentimental Journey“.