Bericht im Lippstädter Patriot vom 01.10.2025 von Dietmar Gröbing.
Vielen Dank für die Berichterstattung. Fotos: Peter Hoffmann
Zwischen Verirrung und Happy End: Myriam-Catharina beim Lippstädter Jazzclub
Mit einem fulminanten Jazzclub-Konzert hat Myriam-Catharina die Besucher in der Lippstädter Tivoli Lounge begeistert. Die Sängerin erinnerte bei ihrem Auftritt an die Soul- und Jazz-Ikone Amy Winehouse.
Musikmachen bedeutet für Myriam-Catharina „das Kreieren schöner Momente“. Folgerichtig fügt die Sängerin reihenweise besondere Augenblicke aneinander. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, verdichten sie sich zu einem wertvollen Collier, das blitzt und funkelt. Um den Hals hängen kann man es nicht, dafür aber als indirekten „Ohrschmuck“ gebrauchen. Denn die schönen Momente gehen direkt in den Gehörgang, wo sie mindestens für die Dauer des Konzerts fortbestehen.
Die Sängerin aus Moers hat den Rhein für einige Stunden gegen die Lippe getauscht. Ihr Gastspiel in der prall gefüllten Lippstädter Tivoli Lounge wurde vom örtlichen Jazzclub initiiert, der Myriam-Catharina samt Band engagiert hat. Die 34-Jährige ist auf dem besten Weg, sich einen Namen in der Branche zu machen und strebt demgemäß eine professionelle Karriere an.
Dass dies ein durchaus realistisches Szenario ist, merkt der Konzertbesucher, als Myriam-Catharina ihre Stimme erhebt. Einnehmend, geheimnisvoll und ein klein wenig lasziv klingt ihr Timbre, weshalb Myriam-Catharina immer wieder mit Amy Winehouse verglichen wird. Das hat unter anderem mit der äußeren Erscheinung der Rheinländerin zu tun, die mit ihren dunklen Haaren und vollen Lippen ein wenig an die verstorbene Britin erinnert.
Wo Winehouse in einer toxischen Beziehung gefangen war, aber lediglich verklausuliert darüber sang, nimmt ihr Myriam-Catharina die künstlerische Aufarbeitung ab. „Sometimes“ heißt die Eigenkomposition, die eine Achterbahn der Gefühle beschreibt. Nach zwischenzeitigem Wirrwarr ist am Ende alles im Lot. Happy Endings sind Myriam-Catharina wichtig, schließt doch ihr Song „I miss me“ ebenfalls mit finaler Wiedergutmachung. „Es geht darum, dass ich mich zeitweise verloren glaubte, am Ende aber den Weg zurück zu mir gefunden habe“.
Es sind die alltäglichen (Ver-)Irrungen, die Myriam-Catharina interessieren – und inspirieren. Da passt „Spell“ perfekt ins Bild. Auch der „Fluch“ stammt aus eigener Feder und lässt seine Urheberin in ein Labyrinth emotionaler Prägung eintreten. „Der Song dreht sich um die Macht der Gedanken und wie diese unser Fühlen und Handeln beeinflussen“, weiß die Interpretin um den Zusammenhang von Körper und Geist.
Wem das zu abgehoben oder psychologisiert erscheint, kommt bei den eingestreuten Standards auf seine Kosten. Billie Holiday, Peggy Lee, Ella Fitzgerald, Bill Withers, Bobby Hebb, Irving Berlin und Nat King Cole dienen Myriam-Catharina als Vorlagengeber für gern gehörte Evergreens wie „All of me“, „Just the two of us“, „Sunny“, „Cheek to Cheek“ und „Night and day“.
Allerdings gebühren Lob und Applaus nicht allein der Sängerin, sondern ebenfalls ihren kongenialen Begleitmusikern an Kontrabass, Schlagzeug und Keyboard.









