Bericht im Lippstädter Patriot vom 22.11.2025.
Text: Helga Wissing, vielen Dank für die Berichterstattung.
Fotos: Peter Hoffmann
Bühne wird zum lebendigen Treffpunkt
„Jazz im Foyer“, fest verankert im Jahresprogramm der Conrad-Hansen-Musikschule und des Jazzclubs Lippstadt, hat das Publikum wieder mit Vielfalt, Spielfreude und hohem musikalischem Anspruch begeistert.
Das Programm im voll besetzten Lippstädter Stadttheater überzeugt am Donnerstag durch seine geschickte Mischung: Von Jazzstandards wie „Blue Bossa“ und „Stella by Starlight“ bis zu Pop- und Rockklassikern wie „You’ve got a Friend“ von Carole King oder „Paint it Black“ von den Stones. Die letztgenannten Titel werden vom Beat-Club mit klarem Gespür für Stil und Dynamik neu belebt, sodass auch Fans außerhalb des Jazz-Genres fündig werden. Musikschulleiter Michael Ressel, der den Abend moderiert, macht das Publikum darauf aufmerksam, doch einmal auf die T-Shirts der Musiker zu achten. Auf denen prangt nämlich das Logo des Namensgebers, dem legendären „Beat-Club“, der ersten Musiksendung mit englischsprachigen Interpreten im deutschen TV.
Neben altbekannten Teilnehmern, wie dem Chor Just Us, der unter der Leitung von Antje Stahl mit zwei Songs von Udo Lindenberg den Abend eröffnet, präsentieren sich auch neu gegründete Formationen auf der Bühne. Dazu gehört das wunderbar harmonisch agierende Sax-Quintett Reed Project. Die Musikerinnen und Musiker begeistert mit funkigem Jazz von Nat Adderley und Jim Snidero. Sie beweisen, wie kreativ und frisch instrumentale Formationen neu interpretieren können. Daniel Moser begeister mit seiner Gitarre bei „Fluff“ von Black Sabbath, während die Jam-Session-Band den Abend mit zwei Songs von Tom Petty abrundet – hier spürt man den offenen Jam-Gedanken, der die Bühne zum lebendigen Treffpunkt macht.
Die Hansen Electrics widmen sich zwei Mike Oldfield-Instrumentalwerken und zeigen dabei eine mutige, orchestrale Klangfarbe. Aber auch die Solisten reißen das Publikum mit. Wie Henning Schröer, der unter anderem „Africa“ von Toto mit der Akustikgitarre temperamentvoll interpretiert. Oder auch Jule Trost. Die Schülerin von Antje Stahl und Eddie Nünning interpretiert den melancholisch-gefühlvollen Song „Creep“ von Radiohead. Die junge Frau mit der unfassbar klaren, gleichzeitig warmen Stimme und dem samtigen Timbre begleitet sich dabei selbst mit der Gitarre. Ein absolutes Highlight.
Den Abschluss der mehr als zweistündigen Veranstaltung bildet traditionell die Musikschul-Big-Band, diesmal mit einer Eigenkomposition von Leiter Guido Schlegel. Das temperamentvolle Stück trägt den Titel „Andy’s Mambo“ und ist seinem ehemaligen Kollegen Andreas Hermeyer gewidmet. Nachdem es schon immer Zwischenapplaus gegeben hat, ist die Begeisterung des Publikums für diesen runden musikalischen Abend am Ende offensichtlich.



















