Bericht im Lippstädter Patriot vom 24.03.2026. Text: Dietmar Gröbing.
Vielen Dank für die Berichterstattung und die Ankündigung vom 17.03.2026.
Fotos: Peter Hoffmann
Wenn Queen nach Jazz klingt: Elisabeth Lohninger sorgt in Lippstadt für große Momente
„God Save The Queen, MerCury und Queen Machine sind drei von unzähligen Queen-Tributebands. Wer mutig ist, fügt den Namen Elisabeth Lohninger hinzu. Oder besser nicht? Lohninger hat gemeinsam mit drei Begleitmusikern ein Projekt namens Queen Goes Jazz etabliert.
Am Samstag gastierte das Quartett auf Einladung des Lippstädter Jazzclubs in der rappelvollen Tivoli Lounge. Die Anwesenden möchten wissen, ob es sich tatsächlich um eine Coverband oder vielmehr um ironische Spielerei handelt. Antwort: Weder noch.
Elisabeth Lohninger und Band intonieren zwar Vorlagen von Queen, sind aber kaum als Tribute einzuordnen. Es geht um die Überführung der Originale in ein anderes Genre: Jazz. Einerseits, weil die 56-jährige Österreicherin gemerkt hat, dass die Texte der britischen Formation um den 1991 verstorbenen Frontmann Freddie Mercury mehr sind als austauschbare Popware und damit mehr verkörpern als die Summe ihrer Wörter. Andererseits lassen sie sich wunderbar verjazzen. Das führt dazu, dass eine Nummer wie „I Want To Break Free“ deutlich gebremster daherkommt als im Original. Gut so, denn das unterstreicht die Botschaft, die um das Thema Emanzipation kreist.
Während Freddie Mercury im zugehörigen Video Staubsauger und Perücke trägt, reichen Elisabeth Lohninger ihr Echthaar und ein schlicht schwarzes Bühnenoutfit. Reduktion kann im Jazz Gold wert sein. Oft genügt kleines Besteck, um große Momente zu generieren. Die gibt es haufenweise, und die Zuhörer registrieren sie.
Dann wird applaudiert, skandiert und gejubelt. Alles muss raus. Das baut den Druck ab. Womit wir bei „Under Pressure“ wären. Das Joint Venture von Queen und David Bowie markiert eine perfekte Vorlage für Elisabeth Lohninger und ihren Pianisten Walter Fischbacher. Beide nehmen den überschüssigen Druck raus und verorten den Song in der Rubrik „Psychedelischer Jazz“.
Wohingegen „Crazy Little Thing Called Love“ und „A Kind Of Magic“ als „Kuscheljazz“ auferstehen. Wer nicht kuscheln möchte, kommt bei „Don’t Stop Me Now“ auf seine Kosten. Der angeschlagene Samba-Rhythmus verleitet dazu, die Hüften kreisen zu lassen.
Was ebenso bei Coldplays „Clocks“ möglich erscheint. Es ist das letzte Stück des Zugabenteils und verdeutlicht, dass Elisabeth Lohninger nicht nur Queen-Vorlagen eine neue Tonalität verpasst.“









