Bericht im Lippstädter Patriot vom 08.06.2026. Text: Marion Heier. Vielen Dank für die Berichterstattung! Fotos: Peter Hoffmann.
Souveräne Soul-Solisten – Jazz-Sängerin Soleil Niklasson bewegt: Publikum tanzt auf der Tribüne der Studiobühne.
Jazz- und Souiklänge auf der Studiobühne: Sie kommt aus Chicago, hat als Kind Martin Luther King auf
seinen Märschen erlebt, ist mit einem deutschen Mann verheiratet, genießt ihre Regenbogen-Familie und ist stolze Omi.
Wer die charismatische Soul-Sängerin Soleil Niklasson erlebt, bekommt die Eckdaten ihrer Vita irgendwann mit. Denn wenn die 68-Jährige zu ihren Songs ansetzt, wird es persönlich, emotional – und lebendig. Sie bringt den Soul, den Jazz, den Blues, ja, den Gospel, der ihr im „Little Angels Choir“ seit ihrem fünften
Lebensjahr ins Herz gepflanzt wurde, zu den Menschen. Ihre Botschaft beim Konzert des Jazzclubs auf der rappelvollen Studiobühne lautete: „Sei dankbar, glaub an dich, träume, hoffe, finde deinen Frieden und gib die Botschaft des Lichts weiter“.
Früh geprägt von Reverends und Gottesdiensten einer charismatischen Kirche und starken Stimmen sprang dieser Geist am Samstagabend sofort über. Begleitet wurde Soleil Niklasson von einer erstklassigen Band mit Sven Bergmann am Klavier, Caspar van Meel am Kontrabass, Andreas Griefingholt am Schlagzeug und Peter
Hermesdorf an den Saxofonen, der in dieser Besetzung an dem Abend zum ersten Mal dabei war. Und ein ordentliches Debut ablieferte, mit eingängigen und flinken Improvisationen durch die Scales und großer
Dialogfähigkeit gegenüber seinen Mitstreitern. Ein kurzer Blick, ein kurzes Kopfnicken, und schon waren die nächsten Takte gesichert.
250 Jahre Amerika, so ließ Soleil Niklasson durchblicken, seien für sie kein großer Grund zum Feiern. Sie, die seit Anfang der 2000er in Deutschland lebt, sei froh, nicht mehr jenseits des Atlantiks zu sein. Aber auch sie habe eine Geschichte und eine Mission: „Music let me live“, öffnet sie ihre Arme weit zum Publikum. Sie möchte Herzen erreichen und Seelen berühren. Was sie tut und das Gute dabei: Sie ist authentisch, so wie der reine Jazz, der im sanften Bebop-Style und mit vielen Dur-Noten herüberkommt. Titel lauten „Embrace“, „Freedom Praise, „No More Fear“ oder „Melodies Of Life“. Verziert werden sie mit groovigen, entspannten
Soli, die gerne wie bei Hermesdorf, eskalieren dürfen. Smart sind die Wechsel zu Latino-Rhythmen, zu Samba, Bossa oder Salsa, die Niklassons Soul-Stimme tragen und stilistische Variabilität hineinbringen.
Bergmann und Van Meel sind souveräne Solisten, die den Soul in Jazz verwandeln, mit wohltemperierten Improvisationen, die den „Flow“ der Sängerin unterstützen. Nach dem Drummer-Solo, bei dem Griefingholt die Ausdauer eines Duracell-Hasen beweist, ist dann auch kein Halten mehr. Niklasson begeistert die Massen, zunächst die erste Reihe, die vorbildlich zu tanzen beginnt, und dann den ganzen Saal. Das hat Seltenheitswert. Wer sich an Elroy und Jake erinnert: Mission erfüllt.

















